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Heizung entlüften – Tipps, Pflichten und Anleitung

Veröffentlicht: 16. Januar 2026 Lesezeit: ~7 Minuten Aktualisiert: 16. Januar 2026

Eine gluckernde Heizung, die nur halb warm wird, deutet meist auf Luft im Heizkörper hin. Dieses Problem mindert nicht nur den Wohnkomfort, sondern treibt auch die Heizkosten in die Höhe. Heizung entlüften heißt die einfache Lösung: Mit wenigen Handgriffen lassen sich Heizkörper von eingeschlossener Luft befreien und arbeiten danach wieder effizienter[1]. Davon profitieren Mieter und Vermieter gleichermaßen – die Räume werden schneller warm, und Energie sowie Kosten werden gespart[2].

Warum ist Heizungsentlüftung wichtig?

Luft im Heizkreislauf verhindert, dass heißes Wasser den Heizkörper vollständig durchströmt. Typische Anzeichen für Luft im Heizkörper sind zum einen Glucker-Geräusche oder Klopfen, zum anderen wird der Heizkörper oben kalt, während er unten warm bleibt[3]. Infolgedessen muss man den Thermostat höher aufdrehen, um genügend Wärme zu bekommen – es wird mehr Energie verbraucht als nötig[1]. Regelmäßiges Entlüften (idealerweise einmal jährlich vor der Heizperiode im Herbst) beugt dem vor[4]. Zudem sorgt es dafür, dass jeder Heizkörper gleichmäßig warm wird und lästige Geräusche verschwinden. Kurz gesagt: Entlüften erhöht die Heizleistung, senkt die Kosten und trägt zur Schonung der Heizungsanlage bei.

Heizkörper richtig entlüften – Schritt-für-Schritt-Anleitung

Mit der richtigen Vorbereitung kann jeder Heizkörper in ein paar Minuten entlüftet werden. Folgende Utensilien sollten bereitliegen: ein Entlüftungsschlüssel (Vierkantschlüssel, erhältlich im Baumarkt), ein kleiner Behälter zum Auffangen von Wasser und ein Lappen zum Abwischen[5]. So gehen Sie vor:

  1. Heizung abschalten und abkühlen lassen: Stellen Sie die Umwälzpumpe der Heizungsanlage aus (soweit zugänglich) und drehen Sie alle Thermostate voll auf. Warten Sie ca. 30–60 Minuten, damit sich die Luft oben im System sammeln kann[6]. (In einer Mietwohnung mit Zentralheizung ist es oft nicht möglich, die gesamte Anlage abzuschalten – hier können Sie die einzelnen Heizkörperventile schließen und einige Zeit warten[7].)
  2. Vorbereiten: Legen Sie den Auffangbehälter unter das Entlüftungsventil des Heizkörpers und halten Sie den Lappen griffbereit. Das Ventil sitzt meist oben seitlich gegenüber dem Thermostat und hat eine kleine Vierkantöffnung.
  3. Ventil öffnen: Setzen Sie den Entlüftungsschlüssel auf und drehen Sie langsam etwa eine Viertel bis halbe Umdrehung gegen den Uhrzeigersinn[8]. Drehen Sie nicht zu weit, damit das Ventil nicht herausfällt. Sie hören nun ein Zischen, wenn die Luft entweicht.
  4. Luft entweichen lassen: Lassen Sie das Ventil offen, bis konstant Wasser austritt. Sobald ein kontinuierlicher Wasserstrahl (ohne Luftgeräusche) kommt, ist die gesamte Luft heraus[9].
  5. Ventil schließen: Drehen Sie das Ventil vorsichtig wieder zu (im Uhrzeigersinn). Nur handfest anziehen, um Beschädigungen zu vermeiden[10]. Fangen Sie eventuell austretendes Wasser mit dem Behälter auf und wischen Sie Tropfen mit dem Lappen ab.
  6. Heizleistung prüfen: Drehen Sie die Heizung wieder an. Kontrollieren Sie, ob der Heizkörper nun über die ganze Fläche warm wird und das Gluckern verstummt. Falls noch irgendwo Luft sein sollte, können Sie den Vorgang an diesem Heizkörper wiederholen. Ggf. entlüften Sie auch weitere Heizkörper im Haus auf die gleiche Weise.

Praxisbeispiel: Mieterin Anna bemerkt, dass ihr Heizkörper im Wohnzimmer rauscht und oben kalt bleibt. Sie besorgt sich einen kleinen Vierkantschlüssel und dreht vorsichtig das Ventil am Heizkörper auf. Es zischt kurz, dann tritt Wasser aus – schnell wieder zudrehen! Nachdem sie das Ventil geschlossen hat, wird der Heizkörper wieder vollständig warm. Anna hat so in wenigen Minuten das Problem gelöst und muss weder frieren noch den Vermieter bemühen.

Tipp: Falls kein Entlüftungsschlüssel zur Hand ist, können moderne Heizkörper mitunter auch mit einem Schlitz-Schraubendreher entlüftet werden – bei älteren Modellen notfalls mit einer kleinen Zange, die auf den Vierkant greift[11]. Achten Sie dabei besonders darauf, das Ventil nicht zu beschädigen. Im Zweifel erhalten Sie einen passenden Schlüssel beim Hausmeister oder im Baumarkt.

Nach dem Entlüften: Wasserdruck prüfen

Beim Entlüften entweicht stets eine kleine Menge Wasser aus dem System. Prüfen Sie daher im Anschluss den Heizungsdruck – vor allem in Häusern mit Zentralheizung. An der Heizungsanlage gibt ein Manometer den Anlagendruck an; oft markiert ein grüner Bereich den Sollwert. Ist der Druck unter den Optimalbereich gefallen, muss Wasser nachgefüllt werden[12]. In Mietwohnungen übernimmt das normalerweise der Hausmeister oder ein Heizungsinstallateur; Mieter selbst sollten nicht eigenmächtig am Heizkessel Wasser auffüllen, falls sie überhaupt Zugang dazu haben[13][14]. Sinkt der Druck häufig oder bleibt ein Heizkörper trotz Entlüften kalt, deutet das auf ein größeres Problem hin – etwa fehlenden hydraulischen Abgleich oder einen technischen Defekt. In diesem Fall sollte die Hausverwaltung oder ein Fachbetrieb informiert werden[15].

Heizung entlüften in Mietwohnungen: Wer ist zuständig?

Grundsätzlich ist der Vermieter für die Instandhaltung der Heizung verantwortlich. Er muss sicherstellen, dass die Heizungsanlage einwandfrei funktioniert und in der Wohnung die vorgeschriebenen Mindesttemperaturen erreicht werden (ca. 20–21°C am Tag und 18°C in der Nacht)[16]. Rechtlich zählt auch das Entlüften der Heizkörper zu diesen Instandhaltungsmaßnahmen[17]. In der Praxis ist es jedoch meist unkomplizierter, wenn Mieter kleinere Maßnahmen wie das Entlüften selbst vornehmen[17]. Mieter sind nicht verpflichtet, ihre Heizkörper eigenhändig zu entlüften[18]. Tun sie es aber, sparen sie Zeit und Aufwand – die Heizleistung ist schnell wieder hergestellt und sie vermeiden Kälte in der Wohnung. Viele Mietverträge enthalten zwar Kleinreparatur-Klauseln, doch selbst diese legen die Entlüftung in der Regel nicht in die Pflicht der Mieter[19]. Kann oder möchte ein Mieter nicht selbst entlüften, muss der Vermieter bzw. Hausmeister zeitnah handeln und die Entlüftung durchführen lassen. Wichtig ist eine gute Absprache, denn unentlüftete Heizkörper verschwenden Energie und können langfristig zu Schäden oder höheren Betriebskosten führen – letzteres trägt in Mietwohnungen der Vermieter.

Praxisbeispiel: In einem Mehrfamilienhaus bemerken mehrere Mieter gluckernde Heizungen. Sie informieren den Hausverwalter. Dieser organisiert umgehend, dass der Hausmeister im ganzen Gebäude die Heizkörper entlüftet. So sind binnen kurzer Zeit alle Wohnungen wieder warm. Ohne diese Maßnahme hätten die Mieter frieren oder die Thermostate voll aufdrehen müssen – mit entsprechend höheren Heizkosten, die der Vermieter teilweise über die Nebenkosten trägt.

FAQ: Heizung entlüften

Wie oft sollte man Heizkörper entlüften?

Im Allgemeinen einmal pro Jahr, idealerweise vor Beginn der Heizsaison, reicht aus. Zusätzlich sollten Sie bei Bedarf entlüften – also immer dann, wenn ein Heizkörper gluckert oder ungleichmäßig warm wird. Regelmäßiges Entlüften stellt sicher, dass die Heizung effizient arbeitet und keine Energie verschwendet wird.

Woran erkennt man, dass Luft im Heizkörper ist

Typische Hinweise sind Glucker- oder Blubbergeräusche im Heizkörper und ungleiche Wärmeverteilung – meist ist der obere Bereich kühl, während der untere heiß ist[3]. Auch wenn ein Raum trotz voll aufgedrehter Heizung nicht richtig warm wird, kann eingeschlossene Luft die Ursache sein. Diese Symptome zeigen, dass eine Entlüftung nötig ist.

Wer muss in einer Mietwohnung die Heizung entlüften – Mieter oder Vermieter?

Die Verantwortung für eine funktionierende Heizung liegt beim Vermieter. Er muss sicherstellen, dass die Heizungsanlage gewartet wird und alle Heizkörper heizen[17]. Mieter dürfen aber selbst entlüften, da es sich um einen leichten Wartungsvorgang handelt. Sie sind rechtlich nicht verpflichtet dazu[20], doch oft ist es im eigenen Interesse die schnellste Lösung. Kann oder will der Mieter es nicht selbst, sollte er den Vermieter informieren, der dann für die Entlüftung sorgen muss.

Was tun, wenn kein Entlüftungsschlüssel zur Hand ist?

Ein Entlüftungsschlüssel kostet nur ein paar Euro und gehört zur Grundausstattung. Ist gerade keiner verfügbar, können Sie – sehr vorsichtig – einen Schlitzschraubendreher verwenden, sofern das Ventil eine Schlitzöffnung hat[11]. Bei Vierkantventilen kann in Notfällen eine kleine Zange helfen, um das Ventil zu drehen[21]. Achten Sie darauf, das Metall nicht abzurunden oder zu beschädigen. Im Zweifel fragen Sie den Hausmeister oder Nachbarn nach einem Schlüssel, statt ungeeignetes Werkzeug zu benutzen.

Heizkörper bleibt kalt trotz Entlüften – was nun?

Wenn der Heizkörper nach dem Entlüften immer noch nicht warm wird, können mehrere Gründe vorliegen. Prüfen Sie zuerst den Wasserdruck der Heizungsanlage – ist er zu niedrig, muss Wasser nachgefüllt werden (durch den Vermieter oder Fachmann)[12]. Bleibt das Problem bestehen, könnte mehr Luft im System sein (versuchen Sie, den Vorgang zu wiederholen). In hartnäckigen Fällen kann ein technisches Problem vorliegen, z.B. ein defektes Thermostatventil oder eine fehlende Druckeinstellung im Heizkreislauf. Hier sollten Sie den Vermieter bzw. einen Heizungsinstallateur einschalten, anstatt weiter selbst zu experimentieren.